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Deutsch Fahrtheoriekurse

Lektion 4 der Menschliche Faktoren, rechtliche Konsequenzen, Pannen, Unfälle und Notfälle-Einheit

Theorie für Motorrad in Deutschland: Grundlagen der Ersten Hilfe und Unfallstellenmanagement für Fahrer

Diese Lektion bietet einen kritischen Überblick über Erste Hilfe und Unfallstellenmanagement, speziell zugeschnitten auf Motorradfahrer in Deutschland. Als Teil deines Trainings für die Klassen A, A1 und A2 ist das Verständnis, wie man bei einem Vorfall sicher und effektiv handelt, eine obligatorische Fähigkeit sowohl für die theoretische Prüfung als auch für die reale Verkehrssicherheit. Du lernst die korrekte Handlungsreihenfolge, um dich und andere zu schützen, während du auf professionelle Rettungsdienste wartest.

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Theorie für Motorrad in Deutschland: Grundlagen der Ersten Hilfe und Unfallstellenmanagement für Fahrer

Übersicht über die Unterrichtsinhalte

Theorie für Motorrad in Deutschland

Erste Hilfe Grundlagen und Unfallstellenmanagement für Motorradfahrer

Als Motorradfahrer sind Sie nicht nur potenziell stärker im Straßenverkehr gefährdet, sondern tragen auch eine besondere Verantwortung für den Schutz von sich und anderen. Im Falle eines Unfalls, sei es als Betroffener oder als Ersthelfer, kann Ihr Wissen über Erste Hilfe und das richtige Management der Unfallstelle Leben retten. Dieses Kapitel des Deutschen Motorrad Führerscheintheoriekurses (Klassen A, A1, A2) vermittelt Ihnen die entscheidenden Fähigkeiten, um in Notsituationen ruhig und effektiv zu handeln, akute Gefahren zu minimieren und eine schnelle, professionelle Hilfe zu gewährleisten.

Die Bedeutung von Erster Hilfe bei Motorradunfällen

Motorradunfälle können zu schweren Verletzungen führen, und die ersten Minuten nach dem Ereignis sind oft entscheidend für das Überleben und die Genesung der Verunglückten. Als Zeuge oder Beteiligter eines Unfalls sind Sie nach deutschem Recht verpflichtet, Hilfe zu leisten. Über die gesetzliche Pflicht hinaus ist die Fähigkeit zur Ersten Hilfe eine moralische Verantwortung und ein Ausdruck der Solidarität unter Verkehrsteilnehmern. Ein fundiertes Verständnis der Erstversorgung kann den Unterschied zwischen einer schnellen Erholung und langfristigen Schäden oder gar einem tödlichen Ausgang ausmachen.

Tipp

Ihre Rolle als Ersthelfer: Bei einem Unfall ist Ihre oberste Priorität, Ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, die Unfallstelle abzusichern und anschließend unverzüglich lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Zögern Sie nicht, Hilfe zu leisten, auch wenn Sie sich unsicher fühlen. Jede Hilfe ist besser als keine.

Gesetzliche Pflichten bei Verkehrsunfällen in Deutschland

In Deutschland regelt das Gesetz klar die Pflichten von Verkehrsteilnehmern bei Unfällen. Die Missachtung dieser Pflichten kann ernste rechtliche Konsequenzen haben.

Die Allgemeine Hilfspflicht (§ 34 StVG)

Das Straßenverkehrsgesetz (§ 34 StVG) schreibt vor, dass jeder, der an einem Verkehrsunfall beteiligt ist, zur Feststellung der Personalien, des Fahrzeugs und der Art der Beteiligung anhalten und bis zur Beendigung der Feststellungen zur Verfügung stehen muss. Darüber hinaus besteht die sogenannte Immediateliäte Hilfeleistung, die Pflicht zur Ersten Hilfe. Diese besagt, dass jeder Unfallbeteiligte oder Zeuge eines Unfalls, sofern es ihm den Umständen nach zuzumuten ist, unverzüglich Erste Hilfe leisten und die Unfallstelle absichern muss.

Definition

Immediateliäte Hilfeleistung

Die gesetzliche Verpflichtung, bei einem Verkehrsunfall innerhalb der eigenen Möglichkeiten sofortige Hilfe zu leisten, die Unfallstelle abzusichern und die notwendigen Maßnahmen zur Rettung von Leben und Gesundheit zu ergreifen.

Diese Pflicht gilt unabhängig von der Schuldfrage und umfasst das Absetzen eines Notrufs, das Leisten von Erster Hilfe und die Sicherung der Unfallstelle. Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat.

Nutzung von Warnvorrichtungen (Gefahrensprechzeichen) (§ 34 StVO)

Sobald ein Unfall eine Gefahr oder Behinderung für den fließenden Verkehr darstellt, sind Sie verpflichtet, Warnvorrichtungen zu verwenden. Dazu gehören die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeugs und das Warndreieck.

Richtige Platzierung des Warndreiecks

  1. Schalten Sie die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeugs ein.

  2. Tragen Sie eine Warnweste, um Ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, bevor Sie das Fahrzeug verlassen.

  3. Gehen Sie mit dem Warndreieck in der Hand entgegen der Fahrtrichtung auf den Verkehr zu.

  4. Stellen Sie das Warndreieck in einem angemessenen Abstand zur Unfallstelle auf, um nachfolgende Fahrer rechtzeitig zu warnen.

    Hinweis

    Als Faustregel gilt: innerorts mindestens 50 Meter, außerorts 100 Meter und auf Autobahnen mindestens 200 Meter. Bei schlechter Sicht (Nebel, Regen) oder unübersichtlichen Stellen sollte der Abstand entsprechend größer sein.

Das korrekte und rechtzeitige Aufstellen eines Warndreiecks verhindert Folgeunfälle und schützt die Unfallopfer sowie die Helfer.

Unfallstellenmanagement: Eigene Sicherheit und Absicherung der Unfallstelle

Bevor Sie sich um verletzte Personen kümmern können, ist die Sicherheit am Unfallort Ihre oberste Priorität. Eine unsichere Unfallstelle kann zu weiteren Unfällen führen und Sie selbst in Gefahr bringen.

Persönliche Sicherheit des Ersthelfers

Betreten Sie die Unfallstelle niemals ohne sich selbst zu schützen. Parken Sie Ihr Fahrzeug sicher, möglichst mit eingeschalteter Warnblinkanlage und fernab der Gefahrenzone. Ziehen Sie vor dem Aussteigen eine Warnweste an. Achten Sie auf den fließenden Verkehr, auslaufende Betriebsstoffe (Kraftstoff, Öl) und herabfallende Teile. Sichern Sie gegebenenfalls Ihr eigenes Motorrad mit dem Seitenständer oder Hauptständer gegen Umkippen.

Warnung anderer Verkehrsteilnehmer

Die frühzeitige Warnung des nachfolgenden Verkehrs ist entscheidend, um weitere Kollisionen zu verhindern.

  • Warnblinkanlage: Schalten Sie sofort die Warnblinkanlage Ihres eigenen Fahrzeugs ein.
  • Warndreieck: Stellen Sie das Warndreieck wie oben beschrieben auf.
  • Andere Verkehrsteilnehmer anhalten: Wenn es die Situation erlaubt und sicher ist, können Sie den Verkehr auch durch Handzeichen zum Anhalten auffordern, insbesondere auf unübersichtlichen Strecken.

Erste Hilfe Grundlagen: Die Primärbeurteilung (ABCDE-Schema)

Nachdem die Unfallstelle gesichert ist, wenden Sie sich der verletzten Person zu. Die Primärbeurteilung ist eine schnelle, systematische Untersuchung, die darauf abzielt, lebensbedrohliche Zustände sofort zu erkennen und zu behandeln. Das in Deutschland verbreitete Schema ist das ABCDE-Schema:

A: Airway (Atemwege)

Überprüfen Sie, ob die Atemwege frei sind. Ist die Person bei Bewusstsein? Wenn nicht, könnte die Zunge die Atemwege blockieren. Hören Sie auf Atemgeräusche wie Schnarchen oder Gurgeln.

B: Breathing (Atmung)

Prüfen Sie, ob eine normale Atmung vorhanden ist. Sehen, Hören, Fühlen Sie für maximal 10 Sekunden:

  • Sehen: Hebt und senkt sich der Brustkorb?
  • Hören: Sind Atemgeräusche zu hören?
  • Fühlen: Spüren Sie den Atem an Ihrer Wange? Bei einer bewusstlosen Person ohne normale Atmung beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

C: Circulation (Kreislauf/Blutung)

Suchen Sie nach Anzeichen für starke Blutungen. Eine unkontrollierte Blutung kann innerhalb weniger Minuten tödlich sein. Priorisieren Sie die Blutstillung vor allen anderen Maßnahmen, außer der Sicherung der Atemwege.

D: Disability (Bewusstsein/Neurologische Funktion)

Beurteilen Sie den Bewusstseinszustand. Sprechen Sie die Person an, rütteln Sie leicht an den Schultern (Vorsicht bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung). Reagiert die Person? Ist sie ansprechbar oder nur auf Schmerzreize?

E: Environment/Exposure (Umgebung/Exposition)

Schützen Sie die verletzte Person vor weiterer Schädigung durch die Umgebung (Kälte, Hitze, Regen). Decken Sie sie gegebenenfalls mit einer Rettungsdecke oder Kleidung zu, um einer Unterkühlung vorzubeugen.

Lebensrettende Maßnahmen im Detail

Atemwegsmanagement bei verletzten Motorradfahrern

Ein freier Atemweg ist überlebenswichtig. Bei einem bewusstlosen Unfallopfer kann die Zunge nach hinten fallen und die Atemwege blockieren.

  • Kopfüberstrecken und Kinn anheben (Head-Tilt Chin-Lift): Wenn keine Wirbelsäulenverletzung vermutet wird, legen Sie eine Hand auf die Stirn der Person und neigen Sie den Kopf vorsichtig nach hinten. Mit der anderen Hand heben Sie das Kinn an, um die Zunge von der Rachenhinterwand zu lösen.
  • Esmarch-Handgriff (Jaw-Thrust Maneuver): Bei Verdacht auf eine Halswirbelsäulenverletzung (z.B. nach einem Sturz vom Motorrad) ist es entscheidend, den Kopf nicht zu überstrecken. Greifen Sie stattdessen mit beiden Händen den Unterkieferwinkel und schieben Sie den Kiefer vorsichtig nach vorne, um die Atemwege zu öffnen. Dies sollte sehr vorsichtig geschehen.

Kontrolle starker Blutungen

Starke externe Blutungen müssen umgehend gestoppt werden.

Blutstillung bei starken Blutungen

  1. Direkter Druck: Drücken Sie mit einer Hand oder einem sauberen Tuch (z.B. Verbandpäckchen aus dem Erste-Hilfe-Kasten) direkt auf die Wunde. Das ist die effektivste Methode.

  2. Druckverband: Wenn möglich, legen Sie einen Druckverband an. Legen Sie dazu eine sterile Wundauflage auf die blutende Stelle und wickeln Sie eine Binde fest darüber. Bei sehr starken Blutungen können Sie einen zusätzlichen Druckkörper (z.B. ein weiteres Verbandpäckchen) direkt auf die Wunde legen und mit der Binde fixieren.

  3. Hochlagerung: Lagern Sie die blutende Extremität hoch, sofern keine Brüche oder Wirbelsäulenverletzungen vorliegen.

  4. Druckpunkte: Bei nicht stillbaren Blutungen an den Gliedmaßen können Sie versuchen, Druck auf die zuführende Arterie auszuüben (z.B. in der Leiste für Beinblutungen, in der Achselhöhle für Armblutungen). Dies ist eine temporäre Maßnahme bis zu einem Druckverband oder professioneller Hilfe.

Warnung

Vermeiden Sie es, einen Tourniquet (Abbindesystem) ohne entsprechende Ausbildung anzulegen, da dies zu schweren Gewebeschäden führen kann. Nutzen Sie ihn nur als äußerstes Mittel bei lebensbedrohlichen, anders nicht stillbaren Blutungen.

Sicherer Helmabnahme bei Motorradfahrern

Die Frage der Helmabnahme ist kritisch, da eine unsachgemäße Entfernung eine potenzielle Halswirbelsäulenverletzung verschlimmern kann.

Definition

Helmabnahme Ausnahme

Gemäß deutschem Recht darf der Helm eines Motorradfahrers nur abgenommen werden, wenn dies unbedingt notwendig ist, um lebensrettende Maßnahmen wie die Atemwegssicherung durchzuführen oder eine genaue Beurteilung der Verletzungen zu ermöglichen.

  • Wann Helm abnehmen?
    • Wenn der Fahrer bewusstlos ist und die Atemwege blockiert sind (z.B. durch Erbrochenes oder die Zunge).
    • Wenn der Fahrer erbricht und der Helm die Atemwege behindert.
    • Wenn Herz-Lungen-Wiederbelebung erforderlich ist.
    • Um starke Blutungen am Kopf zu versorgen.
    • Wenn keine Atemwegsblockade vorliegt und der Fahrer ansprechbar ist, sollte der Helm nicht entfernt werden.
  • Wie Helm abnehmen (möglichst mit zwei Helfern):
    1. Erster Helfer: Stabilisiert den Kopf und die Halswirbelsäule von unten am Kinn und Hinterkopf, um jegliche Bewegung zu verhindern.
    2. Zweiter Helfer: Öffnet den Helm (Visier, Kinnriemen).
    3. Zweiter Helfer: Zieht den Helm vorsichtig über Nase und Kinn nach hinten ab, während der erste Helfer die Stabilisierung aufrechterhält und den Kopf in einer neutralen Position hält.
    4. Nach der Abnahme: Der erste Helfer übernimmt die Stabilisierung des Kopfes direkt an den Ohren und am Hinterkopf.

Positionierung der verletzten Person: Die Stabile Seitenlage

Wenn eine Person bewusstlos ist, aber normal atmet, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Diese Position verhindert, dass die Zunge die Atemwege blockiert oder Erbrochenes in die Lungen gelangt.

Durchführung der Stabilen Seitenlage

  1. Knien Sie neben der Person auf Höhe ihrer Brust.

  2. Legen Sie den Ihnen nahen Arm der Person gestreckt im rechten Winkel zum Körper ab, die Handfläche nach oben.

  3. Nehmen Sie den fernen Arm der Person, kreuzen Sie ihn über die Brust und legen Sie den Handrücken unter die Wange der Person, die Ihnen zugewandt ist.

  4. Winkeln Sie das ferne Bein der Person am Knie an.

  5. Drehen Sie die Person vorsichtig an Hüfte und Schulter zu sich herüber in die Seitenlage.

  6. Sorgen Sie dafür, dass der Kopf überstreckt ist, um die Atemwege offen zu halten. Überprüfen Sie regelmäßig die Atmung.

Effektive Kommunikation mit Rettungsdiensten (Notruf 112)

Sobald die lebensrettenden Maßnahmen eingeleitet und die Unfallstelle gesichert ist, ist der Notruf 112 die nächste entscheidende Handlung. Eine präzise und ruhige Kommunikation mit den Rettungsleitstellen kann die Ankunftszeit der Einsatzkräfte verkürzen und die Qualität der Erstversorgung verbessern.

Tipp

Denken Sie an die "5 W's" beim Absetzen eines Notrufs:

  • Wo? Genaue Unfallstelle (Straße, Hausnummer, Kilometerstein, Fahrtrichtung, markante Punkte).
  • Was? Beschreibung des Unfallereignisses (Motorradunfall, Kollision, Sturz).
  • Wie viele? Anzahl der Verletzten.
  • Welche Art? Art und Schwere der Verletzungen (z.B. bewusstlos, starke Blutung, offener Bruch).
  • Warten! Warten Sie auf Rückfragen der Leitstelle und legen Sie erst auf, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Geben Sie auch an, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie bereits durchgeführt haben. Bleiben Sie ruhig und beantworten Sie alle Fragen des Disponenten.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Vorzeitiges Verlassen der Unfallstelle

Das Verlassen der Unfallstelle ohne ausreichende Hilfeleistung ist in Deutschland strafbar (Fahrerflucht oder unterlassene Hilfeleistung). Bleiben Sie vor Ort, bis die Rettungsdienste eintreffen und die Situation übernehmen.

Unsachgemäße Helmabnahme

Der größte Fehler ist die unsachgemäße oder unnötige Entfernung des Helms, die eine Halswirbelsäulenverletzung verschlimmern könnte. Nur bei akuter Lebensgefahr oder zur Herz-Lungen-Wiederbelebung ist die Abnahme unter größtmöglicher Stabilisierung der Halswirbelsäule gerechtfertigt.

Prioritäten falsch setzen

Bei der Erstversorgung werden manchmal weniger kritische Verletzungen (z.B. Schürfwunden) zuerst behandelt, während lebensbedrohliche Blutungen oder Atemprobleme übersehen werden. Merken Sie sich das ABCDE-Schema: Atemwege, Atmung, Kreislauf (Blutung) haben immer Vorrang.

Vernachlässigung der eigenen Sicherheit

Die eigene Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen. Ein hilfsbereiter Mensch, der selbst verunglückt, kann niemandem mehr helfen. Denken Sie an Warnweste und Warndreieck.

Verzögerter Notruf

Der Notruf sollte so schnell wie möglich abgesetzt werden, nachdem die ersten Maßnahmen zur Lebensrettung und Gefahrenabwehr erfolgt sind. Jede Minute zählt für die Einsatzkräfte und die Verletzten.

Kontextuelle Anpassungen bei der Unfallversorgung

Die Vorgehensweise bei einem Unfall kann je nach den Umständen variieren.

Sichtverhältnisse und Wetterbedingungen

Bei schlechten Sichtverhältnissen (Nebel, starker Regen, Dunkelheit) muss das Warndreieck deutlich weiter entfernt aufgestellt werden, um nachfolgenden Fahrern ausreichend Reaktionszeit zu geben. Eine Warnweste ist bei schlechter Sicht unerlässlich.

Straßentyp

Auf Autobahnen sind die Geschwindigkeiten höher, daher sind die Abstände für das Warndreieck (mindestens 200 Meter) größer als auf Landstraßen (100 Meter) oder innerorts (50 Meter).

Hinweis

Vulnerable Verkehrsteilnehmer

Bei Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern ist besondere Vorsicht geboten, da diese oft schwerer verletzt sind und möglicherweise nicht in der Lage sind, auf sich aufmerksam zu machen. Beachten Sie auch hier die Helmabnahme, falls sie einen tragen.

Fazit: Verantwortung und Handlungsfähigkeit

Als Motorradfahrer sind Sie ein aktiver Teil des Straßenverkehrs und sollten stets bereit sein, im Notfall Verantwortung zu übernehmen. Das Wissen um Erste Hilfe, das korrekte Unfallstellenmanagement und die Fähigkeit zur präzisen Kommunikation mit den Rettungsdiensten sind unverzichtbare Kompetenzen, die im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen können. Regelmäßige Auffrischungen von Erste-Hilfe-Kursen sind dringend empfohlen, um Ihre Kenntnisse aktuell zu halten.

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Zusammenfassung der Lektion

Kurze Zusammenfassung, bevor Sie fortfahren

Schnelle Wiederholung

Diese Lektion vermittelt die lebensrettenden Grundlagen für Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen in Deutschland. Nach der gesetzlichen Pflicht zur Hilfeleistung (§ 34 StVG) ist die eigene Sicherung der Unfallstelle mit Warnweste und Warndreieck (nach Straßentyp abgestufte Mindestabstände) der erste Schritt. Die systematische Erstversorgung folgt dem ABCDE-Schema: Freie Atemwege und Atmung haben absoluten Vorrang vor Kreislauf und Bewusstseinsprüfung. Konkret werden der Esmarch-Handgriff bei HWS-Verdacht, die Stabile Seitenlage bei bewusstlosen Personen, die Blutstillung durch Druckverband und die streng geregelte Helmabnahme (nur bei akuter Lebensgefahr) behandelt. Für den Notruf 112 gilt das 5-W-Schema, um Rettungsdienste präzise zu informieren. Regelmäßige Erste-Hilfe-Auffrischungen werden dringend empfohlen.


Kernkompetenzen

Hauptideen dieser Lektion

Eine kurze Reihe hochwertiger Punkte, die die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Lektion zusammenfassen.

Eigene Sicherheit zuerst: Warnweste anziehen und Unfallstelle mit Warndreieck absichern, bevor man sich Verletzten nähert.

Das ABCDE-Schema strukturiert die Reihenfolge der Erstversorgung: Atemwege (A) und Atmung (B) haben immer Priorität vor Kreislauf (C) und allen anderen Maßnahmen.

Ein Motorradhelm darf nur bei akuter Lebensgefahr (Atemwegsblockade, Erbrochenes, notwendige Reanimation) unter stabilisierender Kopfhaltung abgenommen werden.

Starke Blutungen müssen sofort durch direkten Druck, Druckverband und Hochlagerung (sofern möglich) gestillt werden – vor fast allen anderen Maßnahmen.

Der Notruf 112 folgt dem 5-W-Schema: Genaue Ortung (Wo), Unfallart (Was), Opferanzahl (Wie viele), Verletzungsschwere (Welche Art) und Rückfragen abwarten.

Denken Sie daran

Details, die es zu beachten gilt

Punkt 1

Bewusstlos aber normal atmend: Stabile Seitenlage anwenden, um Aspiration zu verhindern und Atemwege freizuhalten.

Punkt 2

Bei Verdacht auf Halswirbelsäulenverletzung: Kein Kopfüberstrecken – stattdessen den Esmarch-Handgriff (Kieferschub) anwenden.

Punkt 3

Blutungen an Gliedmaßen: Zuerst direkter Druck, dann Druckverband, dann Hochlagerung, zuletzt Druckpunkte als Notlösung.

Punkt 4

Warndreieck-Abstände: Mindestens 50 m innerorts, 100 m außerorts, 200 m auf Autobahnen – bei schlechter Sicht größerer Abstand.

Punkt 5

Immediateliäte Hilfeleistung nach § 34 StVG ist gesetzliche Pflicht – bei Verstoß droht Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung.

Achten Sie darauf

Häufige Lernfehler

Unsachgemäße Helmabnahme ohne Stabilisierung der Halswirbelsäule, was eine bestehende Verletzung verschlimmern kann.

Falsche Priorisierung: Weniger kritische Verletzungen (Schürfwunden) werden zuerst versorgt, während lebensbedrohliche Blutungen oder Atemprobleme übersehen werden.

Verlassen der Unfallstelle ohne ausreichende Hilfeleistung – dies erfüllt den Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung.

Eigene Sicherheit vernachlässigen: Ohne Warnweste und Warndreieck sich und andere gefährden.

Verzögerter Notruf: Lebensrettende Maßnahmen und Absicherung gehen vor, aber der Notruf 112 sollte sofort nach den ersten lebensrettenden Handlungen erfolgen.

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Wann ist es absolut notwendig, den Helm eines Motorradfahrers abzunehmen?

Ein Helm sollte nur abgenommen werden, wenn der Fahrer bewusstlos ist und nicht atmet oder wenn er erbricht und Erstickungsgefahr besteht. Wenn der Fahrer bei Bewusstsein ist und atmet, lass den Helm auf, um eine Wirbelsäulenverletzung zu vermeiden, es sei denn, die Notrufzentrale gibt ausdrücklich Anweisungen dazu.

Was ist das Erste, was ich tun sollte, wenn ich an einer Unfallstelle ankomme?

Priorisiere deine eigene Sicherheit. Schalte die Warnblinkanlage ein, ziehe deine Warnweste an, bevor du vom Motorrad steigst, und sichere die Unfallstelle mit einem Warndreieck in ausreichendem Abstand. Erst dann solltest du die Verletzten beurteilen.

Warum ist dieses Thema Teil der Motorrad-Theorieprüfung?

Als schwächerer Verkehrsteilnehmer ist ein Motorradfahrer oft der Erste, der an einer Unfallstelle eintrifft, oder am wahrscheinlichsten in einen Zusammenstoß verwickelt. Die deutschen Behörden fordern dieses Wissen, um sicherzustellen, dass jeder Fahrer helfen kann, Leben zu retten, bis professionelle Retter eintreffen.

Wie melde ich einen Unfall den Rettungsdiensten in Deutschland?

Rufe die 112 an und nutze die 5 Ws: Wo ist es passiert, Was ist passiert, Wie viele Personen sind verletzt, Welche Art von Verletzungen liegen vor und Warte auf weitere Fragen des Disponenten. Lege niemals auf, bevor der Disponent dich dazu auffordert.

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